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29.11.2005 | SKATE THAT in Rom auf Rang acht

Am vergangenen Donnerstag war es endlich soweit, die intensive, dreimonatige WM-Vorbereitungszeit lag hinter uns und die ersten Läuferinnen machten sich auf den Weg nach Rom. Dass dorthin alle Wege führen, erlebte der zweite Teil der Formation SKATE THAT am Freitag. Denn trotz Streikchaos und annulliertem Fluges erreichten Trainer, sechs Läuferinnen und Läufer, zwölf Rollschuhe und acht Begleitpersonen über Umwege die italienische Hauptstadt. Vor den Wetterzuständen in Deutschland flohen am Samstag die restlichen Läuferinnen und wurden in Rom von angenehmen Temperaturen empfangen.
Derweil hatte der Großteil unserer Reisegruppe schon etliche Kilometer auf Roms Pflastersteinen zurückgelegt, etwa 20 der wichtigsten Sehenswürdigkeiten bestaunt, geschätzte 40 Pizzen verspeist, mehrere Nervenzusammenbrüche ob der italienischen Fahrweise erlitten, das sensationelle Kurzprogramm der Herren genossen und unliebsame Bekanntschaft mit großen Pfützen in Kombination mit vorbeirasenden Fiats gemacht.

Das Spaß- und Kulturprogramm fand sein jähes Ende am Sonntagmorgen, uns standen das offizielle Training und natürlich der Wettbewerb der Formationen bevor. Die Spannung auf die Halle, den unbekannten Boden und die Weltmeisterschaft war so groß, dass die meisten kaum etwas vom Frühstück herunterbekamen. An der Halle angekommen stieg die Aufregung von Startnummer zu Startnummer an und endlich, nach ewigem Warten, durften wir mit der Startnummer elf auf die Bahn. Die 20 Trainingsminuten vergingen dann wie im Fluge und nach kurzer Eingewöhnungszeit kamen wir immer besser mit Boden und Musikanlage zurecht. Alles in allem waren wir mit dem Trainingsverlauf zufrieden und freuten uns auf unsere erste Weltmeisterschaft. Viel Zeit auf dumme Gedanken zu kommen blieb glücklicherweise nicht, denn nachdem die 17 Teams aus aller Welt ihr Training absolviert hatten, fing sofort der Wettbewerb an. Bis zu unserem Start blieb noch viel zu tun. Schminken, Umziehen, Warm-Up, letzte Lagebesprechung und dann wieder nervtötendes Warten in den Katakomben des PALAEUR. Die zehn Starter vor uns durften und wollten wir gar nicht erst anschauen, nur die Reste der Kür von Skate Attack, die als Weltmeister direkt vor uns starteten, bekamen wir am Rande (der Bahn) mit.

Und dann war es wirklich soweit, wir gingen auf die Bahn und liefen unsere erste WM. Bis zu Sekunde 30 ging alles gut, dann machten ein Stolperer und ein Beinahe-Sturz die Hoffnung fehlerfrei durch unser Programm zukommen zu Nichte. Maik Purrmann, der nur am Rand stehen und nicht mehr eingreifen konnte, kam mit dem Schrecken davon und erlebte, dass wir uns doch relativ schnell wieder stabilisieren und ins Programm zurückfinden konnten. Nichtsdestotrotz war die Routine und Sicherheit aus unzähligen Trainingsdurchläufen gestört, so dass sich in den folgenden viereinhalb Minuten leider mehrere Schrittfehler einschlichen, die zusammen mit dem Anfangsschock zu deutlichen Abzügen führten. Sowohl in der A- als auch in der B-Note gab es überwiegend Noten, die im Bereich von 8,3 bis 8,8 lagen. Eine 9,1 in der A-Note und eine 9,3 in der B-Note waren dann doch noch eine versöhnliche Bewertung, auf die wir stolz sein können. Bis zu dieser Einsicht brauchte es allerdings einige Zeit, direkt nach unserem Auftritt waren neben erleichterten doch einige lange Gesichter zu sehen. Eine knappe Stunde herrschte dann Rätselraten um das Endergebnis und da wir kaum etwas vom Wettbewerb mitbekommen hatten, befürchteten wir schon das Schlimmste. Erleichterung dann aber, als wir von unserem achten Platz erfuhren. Bei einem fehlerfreien Durchlauf wäre sicherlich noch ein bisschen mehr möglich gewesen, aber im Allgemeinen können wir zufrieden auf unsere erste WM-Teilnahme zurückblicken.

Nach der wie üblich langwierigen und nicht besonders originellen Schlussveranstaltung, die auch bei einem Provinzwettkampf nicht großartig anders verlaufen würde, ging es schließlich zurück ins Hotel und dann gemeinsam in ein nahe gelegenes Ristorante, wo der Hunger des Tages gestillt wurde. Besonders alt wurde kaum jemand an diesem Abend, der Tag hatte doch deutliche Spuren hinterlassen, so dass es nur noch vereinzelt kleinere Partys auf den Hotelzimmern gab. Was die Eltern, die scheinbar einen lustig, lockeren WM-Tag verleben durften, allerdings nicht davon abhielt, nachts durch die Hotelflure zu ziehen und sich den Zorn einiger Gäste zuzuziehen.

Beim Frühstück am nächsten Morgen waren aber alle wieder fit und so langsam löste sich die Reisegruppe „SKATE THAT & Anhang“ auf und trat die Heimreise in das winterlich kalte Deutschland an.

Und die Moral von der Reise? Es hat Spaß gemacht, wir sind im nächsten Jahr gerne wieder dabei.

Keno Stutz